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Die 107. Internationale Arbeitskonferenz beginnt in Genf

Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf

Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf, © StV-AT

01.06.2018 - Artikel

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni 2018 findet die jährliche Internationale Arbeitskonferenz (IAK) der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) - das Weltparlament der Arbeit - in Genf statt.

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni 2018 findet die jährliche Internationale Arbeitskonferenz (IAK) der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) - das Weltparlament der Arbeit - in Genf statt. Dieses Jahr steht die Konferenz im Zeichen des bevorstehenden 100 jährigen Jubiläums der IAO, welches im kommenden Jahr stattfindet.  Insgesamt nehmen rund 5000 Teilnehmer aus 187 IAO-Mitgliedstaaten an der IAK teil.

Gemäß der tripartiten Arbeitsstruktur der IAO bestehen die jeweiligen Delegationen aus Vertretern der Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände und der Regierungen. Während der IAK werden sie sich in den drei ständigen sowie diversen Fachausschüssen unter anderem den folgenden Themen widmen:

Eine Konvention zum Thema „Gewalt und Belästigung gegen Frauen und Männer in der Welt der Arbeit“ wird vorbereitet. Eine neue internationale Norm soll dann auf der Jubiläumskonferenz in 2019 verabschiedet werden. Ein weiteres Thema ist der soziale Dialog und Tripartismus. Auf der Agenda steht weiterhin die Unterstützung von Entwicklungszusammenarbeit durch die IAO im Sinne der Agenda 2030. Im Fokus dabei die Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimwandel sowie Flucht und Migration. Der Normenanwendungsausschuss, das Herzstück der Konferenz, wird in 24 konkreten Länderfällen die Einhaltung ratifizierter IAO-Übereinkommen überprüfen.

Am 30. Mai 2018 informiert die Globale Kommission für die Zukunft der Arbeit über ihre Tätigkeit und am 7. Juni wird dann der sogenannte „World of Work Summit“ zum Thema „Beschäftigung und menschenwürdige Arbeit für Frieden und Resilienz“ stattfinden. Dazu werden unter anderem die Präsidenten von Irland Michael D. Higgins, der Zentralafrikanischen RepublikFaustin Archange Touadéra und der irakische Prime Minister, Haider al-Abadi, erwartet. Am 1. Juni bereits wird Juan Manuel Santos, Präsident vom Kolumbien und Friedensnobelpreisträger, vor der Konferenz sprechen.

In seiner Eröffnungsrede forderte IAO-Generaldirektor Guy Ryder einen neuen „Geist des Tripartismus, um den wachsenden Herausforderungen der Arbeitswelt zu begegnen.“ Er sprach auch zum Thema „Frauen am Arbeitsplatz“, eine der sieben Jahrhundertinitiativen der IAO. Zudem setzte er sich gegen jegliche Form von Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ein und sagte: „Unsere Antwort zu dem immer lauter werdenden Ruf der Kampagne ‚Me Too!‘ muss sein: ‚Us too!‘

Die Internationale Arbeitsorganisation wurde im Zuge der Friedenskonferenz in Versailles 1919 gegründet und stellt damit eine der ältesten Sonderorganisationen der Vereinten Nationen dar. Mit ihrer dreigliedrigen Struktur aus Arbeitnehmervertretern, Arbeitgebervertretern und Regierungsvertretern ist die IAO eine Besonderheit im System der Vereinten Nationen. Neben den Hauptaufgaben der IAO, Formulierung und Durchsetzung von internationalen Standards der sozialen Sicherheit und des Arbeitsschutzes, konzentriert sie sich auf die Gestaltung einer sozial verträglichen Globalisierung. Soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und die Schaffung menschenwürdiger Arbeit stellen vor diesem Hintergrund zentrale Voraussetzungen für den Kampf gegen Armut dar.

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